Culebra, Puerto Rico

Anker auf unter Segeln und dann war der ganze Tag Schmetterling angesagt mit einem weiterhin gut funktionierenden Spibaum. Ich kam an ein paar fies aussehenden Riffs und am Sailrock vorbei. Ich stellte mir vor, daß die alle ja schon zu Zeiten von Columbus und den ersten Entdeckern an Ort und Stelle waren.

Sail Rock

Man konnte Culebra schon von weitem sehen, aber vor der Bucht liegen einige Riffe, die es zu umfahren gilt. Ich nahm das Großsegel runter bevor ich in die gut besonnten Fahrwasser durch die Riffe einfuhr und konnte mit der Fock bis in die Bucht hineinsegeln. Die Bucht war riesig und nicht sehr voll und so entschied ich, zu versuchen unter Segeln zu ankern. Das war für mich das ersten Mal und zu meiner großen Befriedigung lief alles gut und so war dies mein erster Segeltag, an dem der Motor noch nicht einmal für eine Minute lief.

Nachdem ich das Dinghy klargemacht und das Dinghy Dock gefunden hatte, lief ich zum Flughafen (ein kleiner Flughafen, der zum Glück nicht sehr weit weg war) um mich der CBP (Customs and Border Protection) vorzustellen und ins Land einzuklarieren. Ich hatte mir ein Hemd und richtige Schuhe angezogen, um einen guten Eindruck zu machen. Unglücklicherweise war das Hemd vollkommen naßgeschwitzt und sah furchtbar aus, als ich am Flughafen ankam. Eine mir unerklärliche Sache: Warum bin ich immer vollkommen durchnäßt und schwitze wie ein Schwein, während alle anderen so aussehen, als kämen sie gerade mit ihren besten Sonntagsausgehklamotten aus der Kirche, sauber und trocken? Es kann nicht nur an meiner Hautfarbe liegen. Andere Weiße schwitzen auch nicht und so weiß bin ich im Moment auch gar nicht mehr. Und Menschen mit dunkler Hautfarbe scheinen überhaupt nicht zu schwitzen. Am Flughafen war der CBP Officer leider nicht im Büro, also würde ich über die App im Internet einklarieren müssen. Dafür brauchte ih allerdings ein WLAN, das sich mir noch zur Verfügung stellen müßte. Als ich gerade den Flughafen verließ kam ein Mann herein. Er hatte dunkle Hautfarbe und trug eine Flughafenuniform. Sein Hemd war genauso naßgeschwitzt wie meins. Wie erleichtert ich war. Nach Monaten des Nicht-Dazu-Gehörens gab es hier nun endlich einen Schwitzer, der eindeutig kein Tourist war. Jetzt brauchte ich nicht mehr denken, daß ich der einzige wäre. Wir waren sozusagen so etwas wie Schwitzverwandte. Er sagte mir, daß der CBP Mann am nächsten Morgen anzutreffen sei.
Ich ging zurück in den Ort und fand eine Taco Bar mit WLAN. Ich aß einen Taco und trank ein Bier. Die CBP App sagte mir, daß meine Anfrage bearbeitet würde. Ich checkte das Wetter für die nächsten Tage und schickte ein paar Nachrichten. Meine Anfrage wurde weiter bearbeitet… Trank noch ein Bier. Es war nachmittags und ziemlich heiß draußen und ich hatte jetzt schon leicht einen im Tee. “Standby for a video interview with a CBP officer”…oh nein. Wie sollte das denn gehen? In meinem Zustand.., und die Salsa Musik in der Bar war so laut, daß ich kein Wort verstehen würde, ohne das Telefon ans Ohr zu halten und dann wäre es ja wohl kein Video Interview mehr. Außerhalb der Bar gab es leider keinen Empfang. Statt des Video Interviews kam aber jetzt wieder der Text, daß meine Anfrage bearbeitet würde und kurze Zeit später bekam ich eine Nachricht, daß meine Einreise nach Puerto Rico bewilligt worden sei, außerdem hatte ich nun eine Cruising License für ein Jahr für die USA. Das war ja wohl ein Ding. Sowas Tolles. Schnell zurück zu Amy und runter mit der gelben Flagge.

Am nächsten Tag ging ich nochmal zum Flughafen, um ein paar Fragen zu stellen. Der sehr freundliche und hilfsbereite Officer beantwortete alles, so gut er konnte und druckte mir meine Cruising License aus. Danach ging’s zum Wäsche machen Im Waschsalon wurde ich sofort an alte Zeiten erinnert, in denen man einen Sack voller Quarters brauchte, um von einer US Telefonzelle eine Minute nach Hause zu telefonieren. Die Waschmaschine und der Trockner kosteten zusammen 7,50$…in Quarters. Zum Glück bekam ich bei der Bäckerei einen Zehner gewechselt. Den Rest des Tages verbrachte ich damit, den Ort anzusehen, eine Sim Karte aufzutreiben (vergeblich) und über die Hügel auf die Westseite an einen Strands wandern.
Am Sonntag machte ich eine lange Wanderung zum Norden der Insel zu eine Lagune und der Flamenco Beach, wo es sehr schön war. Ich ging schwimmen und las in der “Schatzinsel” (auf spanisch, um für die ganze nächste Zeit und meine Aufenthalte zu üben) und ich genoß das Leben.
Montag ging ich zurück zum Flughafen um aus dem Ostquadrant von Puerto Rico auszuchecken. Anscheinend gibt es vier Quadranten in Puerto Rico und man muß jeweils ein- und ausklarieren. Dann ging’s zurück zum Schiff und ich machte alles für die Nachtfahrt zur Hauptinsel klar. Dann entspannte ich für eine Zeit bevor der Anker gelichtet wurde.


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