Camariñas

Die ersten beiden Tage waren schwachwindig mit wenig Welle und es ließ sich super gegenan (Wind schrä von vorn) segeln. Das war nämlich ein weiterer Nachteil dieses Wetterfensters. Der größte Teil der Strecke war gegenan. Bei schwachem Wind und kleiner Welle geht das oft sogar besser, als andere Kurse zum Wind, weil der Fahrtwind den eigentlichen Wind verstärkt und man so auch bei schwachem Wind gut vorankommt. Ich konnte es trotzdem nicht richtig genießen, weil ich die Kaltfront im Kopf hatte, die in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch kommen sollte.
Kudi hatte sich netterweise bereiterklärt, von zu Hause aus das Wetter zu beobachten und mir seine Meinung unterwegs zukommen zu lassen. Das, so wie auch der Empfang von Wetterdaten über Kurzwellenemail geht jetzt alles mit meinem neuen Amateurfunksetup, über das ich sehr glücklich bin.

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Camaret Sur Mer

Nach einer unruhigen Nacht an der Muringboje in St. Mary’s ging es um 0530 Uhr mit der Dämmerung und dem Ebbstrom los. Die letzten Tage war ich nur noch mit dem Wetter beschäftigt und habe mir den Kopf zermartert darüber, ob es besser, direkt von hier nach Madeira durchzufahren (wäre es vom Winkel auf jeden Fall), aber mich dann doch dagegen entschieden. Es war wenig Wind direkt von hinten und so fuhren wir Schmetterling. Leider nahm die Welle immer mehr zu und kam mehr von der Seite, ohne daß sich am Wind etwas änderte und so fingen die Segel bald so stark an zu schlagen, daß ich alles ziemlich kleinreffen mußte. Wir waren jetzt ganz schön langsam, machten aber immerhin Fahrt in die richtige Richtung. Zum Abend wurden wir mal wieder von Delphinen begleitet. Das wird irgendwie nie langweilig und ist immer von Neuem eine Freude.

Les Voiles de Camaret
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Isles of Scilly

Ich hatte eigentlich vor, gegen 2300 mit Hochwasser aufzubrechen. Da die ganze Gegend vor dem Hafen voll mit Lobster Pots war (am Meeresboden befestigte Hummerkörbe, die durch mit Leinen besfestigten Bojen eingeholt werden, die sich wiederum wunderbar um einen Bootspropeller oder Kiel oder Ruder wickeln), dachte ich, es wäre vielleicht doch besser, für die erste Stunde noch Licht zu haben. Der Hafenmeister grinste und sagte, die Bojen werden eh von der Strömung unter Wasser gezogen und sind kaum sichtbar. Außerdem ist hier nicht, wie angenommen, bei Hochwasser keine Strömung. Also eigentlich alles eh Wurscht, aber ich bin dann doch um 2200 los um so alibimäßig zur Selbstberuhigung noch etwas Dämmerungslicht zu haben.

Rushy Bay – Bryher
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Kilmore Quay

Um 1400 Leinen los. Eigentlich alles ok, aber ich war irgendwie ängstlich und verunsichert. Nachdem bei mir im Funkgerät mal wieder ein All Stations Safety Call eingegangen war, der ein sehr nerviges lautes Warngeräusch macht und danach automatisch auf den von der Station gewählten Kanal schaltet, hatte ich, nachdem nichts kam, versucht, alles zurückzuschalten und mich durch diverse Menus gearbeitet. Eigentlich weiß ich wie es geht, aber in meiner Aufregung das falsche Menu erwischt, und selbst einen All Stations Urgency Call ausgelöst. Bevor ich etwas rückgängig machen konnte meldete sich auch schon Dublin Coast Guard, was denn los sei. Ich erklärte mein Malheur und es wurde sehr freundlich reagiert, allerdings hörte ich dann auf Kanal 16 “an alle Funkstellen… der Urgency Call von der Segelyacht Amy Rufzeichen…, MMSI…, usw. wurde aus Versehen ausgelöst”… etwas peinlich. Naja.

Kilmore Quay
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Dun Laoghaire, Dublin Bay

Es wurde, wie oft, eigentlich noch beschissener, als befürchtet. Aber wenn man einmal unterwegs ist, kann man ja eh nichts mehr machen und nimmt was kommt. Vielmehr gibt es zu diesem 110 Seemeilen Trip auch nicht zu sagen. Es war sehr rau, naß, windig und ich bin froh, daß außer einem Riß in der Sprayhood Naht von überkommenden Wellen und ein bißchen Nässe unter Deck (auch von überkommenden Wellen) nichts weiter kaputt gegangen ist.

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Port Ellen, Islay

Wir gingen unter Segeln ankerauf und rauschten mit der Tide und viel Wind durch den südlichen Sound of Jura nach Islay. Vor Port Ellen war die Tide gekippt und der Wind kam direkt von vorn, sodaß wir die letzten Meilen bis zum Hafen nur im Schleichtempo vorankamen. Das Anlegen war bei dem starken Wind auch wieder sehr interessant und klappte erst beim dritten Anlauf, weil Amy sich bei einem Ausweichmanöver überlegte, trotz geradeaus rücckwärts Steuerns, einen Kreis genau auf unseren zugewiesenen Fingersteg zu drehen. Wie schön.

Port Ellen
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Jura

Ich habe ewig nicht geschrieben. Wir sind viel gesegelt, ich habe mir viel Sorgen um Wetter und andere Sachen gemacht, die Routen anhand von Wetter und Gezeiten geplant und außerdem wollten Zissi und ich ja auch Zeit gemeinsam verbringen und ein paar Ausflüge an Land unternehmen. Also mußte der Blog warten, aber hier geht’s jetzt weiter:

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Oban

Am nächsten Tag mit der Tide raus und die 30 Seemeilen nach Oban. Ich hatte nicht damit gerechnet, aber wir konnten die ganze Strecke super segeln. Die Stromschnellen von Corran waren bei der Windrichtung relativ unspektakulär, aber schön schnell. Wir haben, was so gut wie nie vorkommt, sogar ein anderes Segelboot überholt. Kurz vor Oban kam auch noch ganz kurz ein Tümmler vorbei, überlegte es sich dann aber doch anders.

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Caledonian Canal

Wir segeln auf dem Loch Ness in Richtung Fort Augustus. Es ist herrlicher Sonnenschein. Ich habe mir gerade auf dem Vordeck die Haare geschnitten und es ist noch ein bißchen Zeit, Blog zu schreiben, bevor wir uns aufs Anlegen vorbereiten. Gestern sind wir früh in Inverness aufgebrochen. 

Loch Ness
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