Unglücklicherweise noch ein rauher Segeltag. Der Wind war ok, aber platt von hinten bei sehr unangenehmer Welle von der Seite. Wir wären eigentlich Schmetterling gefahren, aber der Spinnakerbaum war kaputt und so hatte sich dieser Plan erledigt. Wir hatten jetzt ein schlagendes Vorsegel und rauhe See und waren viel zu langsam. Es war sicherlich kein Spaß, aber auch nicht beängstigend… nur etwas frustrierend.Martinique würde wegen des Karneval sehr voll sein. Wir hatten seit Wochen vergeblich versucht, irgendwo einen Platz in einer Marina zu bekommen. Daher waren wir sehr froh, noch eine freie Mooringboje vor der Marina L’etang Z’abricots zu bekommen. Wir mußten die Boje zwar am nächsten Morgen vor 10 verlassen, aber das war besser als nichts. Wir waren in der Dämmerung angekommen, müde und etwas frustriert. Der Wetterbericht hatte eine Kaltfront mit Sturmböen für abends bis nachts angekündigt und wir waren ja die ganze Zeit nicht sicher gewesen, wann die Front kommen würde und ob wir bis dahin in Sicherheit sein würden. Das hatten wir ja jetzt klar geschafft und nun mußte die Cockpitpartybeleuchtung her um die Stimmung zu heben.

Das Einklarieren dauerte ewig am nächsten Morgen und wir schafften es gerade so, um 10 abzulegen und fuhren direkt zum Fort Saint Louis vor der Stadt. Ich hatte noch bis zum Schluß gehofft, wegen unserer Größe doch noch einen Platz in der Marina oder an einer Boje zu bekommen, aber es gab absolut keinen Platz und als ich sah, wie voll der Ankerplatz am Fort schon war verdüsterte sich meine Stimmung von Neuem. Hier gab es viel Wind und Schwell und kaum Schutz. Ich hatte Angst, bei diesen Bedingungen so dicht an dicht zu ankern. Nach viel hin und herfahren und checken fanden wir einen Platz, der gut aussah. Wegen Amy’s geringem Tiefgang können wir oft bis ganz nach vorne fahren, wo sich andere nicht mehr hintrauen (außer die Katamarane natürlich).



Der Karneval war zwar keine Enttäuschung (es gab ein paar tolle Gruppen mit Musik und coolen Kostümen) aber wir hatten ihn uns irgendwie extravaganter vorgestellt. Stattdessen war es hauptsächlich laut und chaotisch. Es gab sogar Autokorsos durch die ganze Nacht mit getunten Motoren und beabsichtigten Fehlzündungen, die alle terrorisierten.








Am Samstag fuhren wir mit dem Bus ihn den botanischen Garten außerhalb der Stadt. Das war sehr schön. Martinique hat auch eine tolle Landschaft. Das vergißt man etwas, wenn man sich in der bedrückenden Stadt Fort de France aufhält. Dimanche Gras war die zweitgrößte Parade nach Mardi Gras, aber ich hatte schon beschlossen, nicht bis zur Fat Tuesday Parade zu bleiben. Zissis Flug nach Hause ging Montag Abend und ich würde Dienstag früh abfahren.






Wir brauchten ein Weilchen um den Karnevalsbusfahrplan und die veränderten Haltestellen zu finden, um zum Flughafen zu kommen. Da wir aber über 50 sind und nichts dem Zufall überlassen wollten, hatten wir schon den ganzen Tag geübt. Wir hatten die Haltestelle außerhalb des Zentrums gefunden, wir hatten die Zeit gemessen, die wir brauchen, um vom Dinghy dorthin zu gelangen und wir hatten schon die Fahrkarten gekauft.
Wir fahren früh am Flughafen, die Schlage war aber trotzdem schon sehr lang. Unglücklicherweise war das erst die erste von vielen Schlangen, verspäteten und verpaßten Flügen für Zissi.
Da wir nicht hatten herausfinden können, wann der letzte Bus zurück Richtung Stadt fährt, ließ ich Zissi bald zurück, bekam schnell den Bus und war ruckzuck wieder zurück am Boot. Ich schlug mir noch die Nacht mit dem Spinnakerbaum um die Ohren, um mich von meiner Traurigkeit abzulenken. Schlafen war bei dem Lärm eh nicht möglich.


Lieber kai,
Ich hoffe, inzwischen ist die Traurigkeit wieder verschwunden!!!! Karneval auf Martinique ist sicher besser als in köln. War da gerade, verstehe dieses ding „deutscher Karneval“ einfach nicht…
Ich liebe Deine Reiseberichte, bitte weitermachen und gesund bleiben!!!!!!
Salü von weit, Friederike
Liebe Friederike!
Danke Dir. Bin jetzt wieder unterwegs und freue mich auf neue Erlebnisse. Ich werde weiter berichten, wenn es auch in letzter Zeit immer ein bißchen länger dauert.
Viele Grüße
Kai