Ribadeo und Viveiro

Es regnete viel in Ribadeo und der Hafen war leider auch nicht so geschützt, wie ich gedacht hatte. Amy rollte ständig hin und her und ruckte in die Leinen un die Fender ein. Schlafen wurde immer schwieriger. Ich beschloß, mein Anemometer zu reparieren. Nach zwei Tagen war ich unzählige Male auf den Mast geklettert, hatte dabei mein Bett naß gemacht, da es während ich gerade oben war mal wieder so richtig anfing zu regnen, ich das Luk offen gelassen hatte und nun nicht schnell genug runter kam. Ich war mittlerweile sehr frustriert und gab erstmal auf.

Nachdem ich nun in einem nassen Bett schlief und festgestellt hatte, daß durch eine Stelle an Deck Wasser eintrat und sich in dem Balken sammelte, der den Mast hält, hatte ich schließlich eine Art Zusammenbruch. Ich wollte eigentlich nur noch nach Hause, das Boot verkaufen und alles hier beenden. Zum Glück halfen mir Freunde und Familie, die Dinge mit etwas Abstand zu betrachten.

Wenigstens hatte ich bei der ganzen Aktion herausgefunden, daß der Fehler in dem Kabel sein mußte, daß durch den Mast geht (ausgerechnet!!). So besorge ich von einem TV Repair Laden ein 15m ISDN Kabel für eine spätere Installation.
Obwohl Ribadeo ein sehr schöner Ort ist und der Hafen sehr nett, mußte ich da weg um mal wieder ruhig zu schlafen und zu entspannen. So ging es am nächsten Mittwoch Richtung Viveiro. Das kannte ich schon von einer Überführung von England nach Portugal vor 9 Jahren. Natürlich kam der Wind den ganzen Tag wieder von vorn, aber mit ein bißchen Tide im Rücken schafften wir es, die ganze Strecke gegenan zu kreuzen und nach 11h und 30 Meilen bogen wir in die Ría de Veiveiro.
Wir ankerten zwei sonnige Tage lang am Strand und es war sehr ruhig und unglaublich entspannend. Kein Schwell, kein Rollen, meine Sachen wurden wieder trocken und außer uns ankerte nur noch eine kanadische Yacht in der Bucht. Freitag sollte das Wetter wieder schlechter werden, also verlegten wir uns in die Marina, die auch sehr ruhig war. Ich war jetzt ausgeruht genug, um mal wieder ein paar Projekte anzugehen. Als erstes mußte die Stelle im Deck abgedichtet werden. Danach wurde meine 100m Leine an den Treibanker gespleist und alles vorbereitet, sodaß der falls nötig (hoffentlich nicht) bereit wäre auf meiner Tour nach Madeira.
Danach konnte ich einfach nicht drumherum, mein Anemometer Projekt wieder anzugehen. Ich wollte eigentlich eine Steckverbindung löten, gab aber nach Stunden, vielen schlechten Lötstellen und nachdem ich fast das Boot von innen angezündet hatte auf.
Ich hatte einen Tip bekommen und fand einen Typen mit einer kleinen Bootswerkstatt, der mir Verbinder verkaufte, die ich oben am Mast direkt anbringen konnte. Das schwerste war dann eigentlich nur noch, das alte Kabel aus- und das Neue in den Mast zu bekommen. Aber nach einem Tag Arbeit und ungefähr 5 Mal Mastklettern war alles eingerichtet und funktionierte. Ich war sehr glücklich und freute mich auf die Weiterfahrt am nächsten Tag.


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