Rødvig

Wir starteten früh (um 0330 Uhr) und erreichten Rødvig mit viel Kreuzen gegen immer stärker werdenden Wind. Ursprünglich wollten wir nach Klintholm segeln, aber nachdem wir die nicht enden wollenden Sturmwarnungen im Funkgerät gehört hatten und unser Wendewinkel wegen der steilen Wellen inzwischen 160 Grad betrug, beschlossen wir, stattdessen nach Rødvig zu auszuweichen. Dies erwies sich später als gute Wahl. 
Um Amy rückwärts in die Box zu fahren, mußten wir eine Menge Leinen hier und da befestigen und uns langsam an den Steg heranziehen. Dort wartete ein Mann (Georg, wie sich später herausstellte) geduldig darauf, dass ich ihm eine Leine zuwarf. Ich versuchte ihm (wie immer) zu erklären, dass es nicht möglich ist, mit Amy rückwärts zu fahren, aber er brauchte anscheinend keine Erklärungen und freute sich an unserer Leinentechnik. Das machte ihn auf Anhieb sympathisch. 

Georg und Sabine waren beide aus Deutschland. Am nächsten Tag gingen wir gemeinsam zum Abendessen und hatten einen sehr schönen Abend. Sie mußten allerdings nach Westen und fuhren ein paar Tage später ab.
Wir wehten in Rødvig ein. Der SE Wind wollte fast eine Woche lang nicht seine Richtung ändern. Zum Glück war Rødvig nicht der schlechteste Ort um einzuwehen. Wir mieteten Fahrräder und erkundeten die Umgebung. Wir machten Spaziergänge. Und ich reinigte wieder einmal das Unterwasserschiff. Das Wasser war eiskalt und es war eine furchtbare Tortur. Aber, wie sich später rausstellte, hat es sich gelohnt.
Ich war mittlerweile extrem frustriert. Das Wetter war nicht wirklich schlecht gewesen, aber seit der Nordseeüberquerung war das Wetter extrem unbeständig mit ständigen Böen von weit über 30 Knoten und Gewittern und starkem Regen, daß die Wetterfenster, in denen man von einem Ort einigermaßen streßfrei zum nächsten fahren konnte, sehr klein waren, und es sah nicht so aus, als würde sich das in nächster Zeit ändern.
Für Unternehmungen an Land hatten wir allerdings akzeptables Wetter, so dass Zissi die Woche definitiv mehr genießen konnte als ich. 

Unser Fenster kam dann am folgenden Sonntag. Tagsüber war noch zu viel Wind, also warteten wir bis zum Abend und legten mit dem letzten Licht ab und segelten bei perfektem Südwestwind und abnehmender Welle in Richtung Rügen.


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