Îles Chausey

Auf Sark hatten wir ein französisches Paar getroffen, die uns sagten, daß Sark und die Channel Islands ja ganz nett wären, aber ihr Paradis seien die Îles Chausey. Also dachten wir, das könnte ja dann auch unser Paradis werden und machten einen Plan um dort hinzukommen. 
Um das Beste aus der Tide herauszuholen müßten wir St. Helier zu einer Zeit verlassen, zu der wir nicht über die Barre kämen. Daher fuhren wir schon am Abend vorher los und ankerten in der Belcroute Bay neben St. Aubin’s Fort. Eigentlich ein schöner ruhiger Platz mit schöner Aussicht aber irgendwie ging abends das Geschaukel wieder los und wir konnten wieder nicht schlafen. Wo der Schwell herkam ist mir immer noch schleierhaft.

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La Grève de La Ville (Sark) nach St. Helier (Jersey)

Um 5 klingelte der Wecker. Der Anker ging um 5:30 hoch und wir waren unterwegs. Der Wetterbericht hatte 3 Bft für die ersten paar Stunden und dann Flaute vorausgesagt. Wir wollten so viel wie möglich vom Wind mitnehmen und natürlich eine sich für unsere Richtung positiv auswirkende Tide. Beides bekamen wir und so genossen wir tolles schnelles Segeln im Regen und im Nebel. Auf dem Weg wurden wir von drei Delphinen begleitet die eine kleine Show vorführten bis ihnen langweilig wurde und sie wieder davon schwammen. Wir waren begeistert.

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Littlehampton nach St. Peter Port (Guernsey)

Da ich alleine war und die Strömung schon sehr zugenommen hatte, war ich etwas nervös vor dem Ablegemanöver von der Mary Winnifred. Am Ende ging aber alles glatt und war gar nicht schwer.
Ich fuhr an der Pier am Flußufer vorbei und Kinder winkten und manche salutierten. Die Sonne schien. Die Stimmung konnte kaum besser sein.
Nachdem wir die Barre passiert hatten kamen die Segel hoch und es ging mit einer schönen Nordwest Brise in die richtige Richtung. Außer einer großen Dünung aus Südwesten, die mich aber nicht weiter störte, war die See ruhig. Mit 6.5kn durchs Wasser und um die 8 über Grund flogen wir mit Wind und Tide dahin. Eigentlich der erste Tag seit dem Limfjord Eingang, an dem es nicht hart gegenan ging und wir immer in die Wellen donnern mußten. Das fühlte sich richtig toll an. Die Isle of Wight lag mittlerweile steuerbord querab in der Ferne, Amy und ich waren noch nie soweit westlich im Ärmelkanal und überhaupt sah alles gut aus.

Isle of Wight in der Ferne
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Brighton nach Littlehampton

Ich hatte ein sehr kurzes Wetterfenster am nächsten Morgen. Es war wichtig möglichst bei Hochwasser am Eingang zum Fluß Arun zu sein. Ich wollte das Morgenhochwasser. Abends wäre es schon wieder zu windig.
Das bedeutete 2:30 morgens aufstehen und 3:30 ablegen und … richtig geraten… die Strecke dahin gegen Wind und Strömung.
Die Welle war von dem Sturm vorher noch recht beeindruckend und schnell war klar, segeln (bzw kreuzen) war keine Option. Einfach nur motoren ging aber auch nicht. Und so kreuzten wir mit Motor und Segel gegen Wetter und Tide und waren zunächst viel zu langsam aber zum Glück ließen irgendwann die Wellen nach und wir konnten einen direkteren Kurs anlegen.

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Lowestoft nach Brighton

Montag gab es ein unerwartetes Wetterfenster. Wenn ich Montag Abend ablegen und so weit wie möglich fahren würde bis das Wetter am Mittwoch nachmittag wieder kacke werden würde, hoffte ich es bis nach Brighton zu schaffen. Dover wäre natürlich auch eine Möglichkeit.
Was die Überquerung der riesigen Themsemündung anbelangte (sehr knapp hinter dem VTG), war ich nervös. Es gab ein Zeitfenster zu dem ich an der Mündung der River Blackwater sein mußte, um dann für die Überquerung der Themse nicht gegen die Tide kämpfen zu müssen (oder zumindest nicht die ganze Zeit). Das bedeutete, Lowestoft gegen die Tide zu verlassen aber dafür mit Wind von hinten. Dadurch, daß Wind gegen Strömung stand, gab es eine ziemlich fiese Welle, aber wir gewöhnten uns daran und rasten mit ausgebaumter Genua mit 5, manchmal 6 Knoten durch das Wasser. Leider machten wir aber nur 3 bis 3.5 Knoten über Grund (die Strömung war ja gegen uns). Aber wir schafften es bis zum Blackwater gegen 3 Uhr morgens.

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Lemvig nach Lowestoft über die Nordsee

Ich hatte auf ein Wetterfenster gehofft, wie ich es hatte als ich nach Schottland gesegelt bin. Wind aus Ost, ein fettes Hoch, daß bis nach Irland reicht und alles blockiert. Nichts worüber man sich wettermäßig sorgen machen müßte.
Das war natürlich nicht drin. Das Beste, was sich anbot, war: Dienstag nachmittag los, kurz nachdem der Sturm sich gelegt hatte, aber fiese Wellen noch zu erwarten waren. Dann in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag eine Kaltfront abbekommen und so früh wie möglich am Samstag anzukommen, bevor ein weiteres Tief mit Schietwetter den Kanal hochgekrochen kam.

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Løgstør Bredning nach Lemvig

Um 4 Uhr morgens nahm ich den Wärmetauscher auseinander. Alles gereinigt und wieder zusammengesetzt… keine Verbesserung.
Sehr frustriert zog ich den Anker hoch und fuhr los (unter Segeln…bißchen stolz), da ich wußte, ich könnte heute eh fast die ganze Strecke segeln. Nur an ein paar engen Stellen würde der Motor zum Einsatz kommen. Der Wind hatte wieder zugenommen und blies in Böen jetzt mit über 30kn. Wir flogen nur mit stark gereffter Genua mit über 7kn über’s Wasser.

in Lemvig
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Hals zum Løgstør Bredning Ankerplatz

Ein Tag nur unter Motor. Drei Brückenöffnungen mit Ihren Zeiten mußten erwischt werden und das Fahrwasser ist eng. Mit Wind direkt non vorne war da Segeln für mich keine Option, da ich ja etwas in Eile war. Ich weiß, daß das mit der Eile keine gute Idee ist und auch gar nicht Teil meines Plans war, aber es gab seit Wochen keine Wetterfenster für die Nordsee und es könnte sein, daß es nächste Woche soweit ist. Wenn ich nicht in Lemvig oder Thyboroen bin, bevor der Sturm kommt, werde ich das wahrscheinlich verpassen.

Aalborg
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Greifswald zum Ankerplatz bei Hals

Ich war morgens früh in Berlin aufgebrochen und hatte noch ein paar Dinge in Greifswald eingekauft, die mich mindestens die nächsten fünf Tage vorm Verhungern retten würden.
Unter Deck war immer noch Chaos und ich stopfte einfach alles dahin, wo ich Platz finden konnte (ich werde wahrscheinlich nie wieder irgendetwas finden).
Ich war etwas unter Druck, denn ich wollte die letzte Brückenöffnung in Wieck um 2000 schaffen. Der Wind sah gut aus für die nächsten Tage und ich mußte vor Ankunft eines fiesen Sturmtiefs, das für Ende der Woche angekündigt war, sicher im Hafen sein (am besten in Lemvig).

Amy fertig zum Ablegen
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