Montag gab es ein unerwartetes Wetterfenster. Wenn ich Montag Abend ablegen und so weit wie möglich fahren würde bis das Wetter am Mittwoch nachmittag wieder kacke werden würde, hoffte ich es bis nach Brighton zu schaffen. Dover wäre natürlich auch eine Möglichkeit.
Was die Überquerung der riesigen Themsemündung anbelangte (sehr knapp hinter dem VTG), war ich nervös. Es gab ein Zeitfenster zu dem ich an der Mündung der River Blackwater sein mußte, um dann für die Überquerung der Themse nicht gegen die Tide kämpfen zu müssen (oder zumindest nicht die ganze Zeit). Das bedeutete, Lowestoft gegen die Tide zu verlassen aber dafür mit Wind von hinten. Dadurch, daß Wind gegen Strömung stand, gab es eine ziemlich fiese Welle, aber wir gewöhnten uns daran und rasten mit ausgebaumter Genua mit 5, manchmal 6 Knoten durch das Wasser. Leider machten wir aber nur 3 bis 3.5 Knoten über Grund (die Strömung war ja gegen uns). Aber wir schafften es bis zum Blackwater gegen 3 Uhr morgens.
Lemvig nach Lowestoft über die Nordsee
Ich hatte auf ein Wetterfenster gehofft, wie ich es hatte als ich nach Schottland gesegelt bin. Wind aus Ost, ein fettes Hoch, daß bis nach Irland reicht und alles blockiert. Nichts worüber man sich wettermäßig sorgen machen müßte.
Das war natürlich nicht drin. Das Beste, was sich anbot, war: Dienstag nachmittag los, kurz nachdem der Sturm sich gelegt hatte, aber fiese Wellen noch zu erwarten waren. Dann in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag eine Kaltfront abbekommen und so früh wie möglich am Samstag anzukommen, bevor ein weiteres Tief mit Schietwetter den Kanal hochgekrochen kam.

Løgstør Bredning nach Lemvig
Um 4 Uhr morgens nahm ich den Wärmetauscher auseinander. Alles gereinigt und wieder zusammengesetzt… keine Verbesserung.
Sehr frustriert zog ich den Anker hoch und fuhr los (unter Segeln…bißchen stolz), da ich wußte, ich könnte heute eh fast die ganze Strecke segeln. Nur an ein paar engen Stellen würde der Motor zum Einsatz kommen. Der Wind hatte wieder zugenommen und blies in Böen jetzt mit über 30kn. Wir flogen nur mit stark gereffter Genua mit über 7kn über’s Wasser.

Hals zum Løgstør Bredning Ankerplatz
Ein Tag nur unter Motor. Drei Brückenöffnungen mit Ihren Zeiten mußten erwischt werden und das Fahrwasser ist eng. Mit Wind direkt non vorne war da Segeln für mich keine Option, da ich ja etwas in Eile war. Ich weiß, daß das mit der Eile keine gute Idee ist und auch gar nicht Teil meines Plans war, aber es gab seit Wochen keine Wetterfenster für die Nordsee und es könnte sein, daß es nächste Woche soweit ist. Wenn ich nicht in Lemvig oder Thyboroen bin, bevor der Sturm kommt, werde ich das wahrscheinlich verpassen.

Greifswald zum Ankerplatz bei Hals
Ich war morgens früh in Berlin aufgebrochen und hatte noch ein paar Dinge in Greifswald eingekauft, die mich mindestens die nächsten fünf Tage vorm Verhungern retten würden.
Unter Deck war immer noch Chaos und ich stopfte einfach alles dahin, wo ich Platz finden konnte (ich werde wahrscheinlich nie wieder irgendetwas finden).
Ich war etwas unter Druck, denn ich wollte die letzte Brückenöffnung in Wieck um 2000 schaffen. Der Wind sah gut aus für die nächsten Tage und ich mußte vor Ankunft eines fiesen Sturmtiefs, das für Ende der Woche angekündigt war, sicher im Hafen sein (am besten in Lemvig).

neues Solarpaneel, Elektrik und die Löcher am Heck schließen
Nachdem der Solarpaneelträger am Heckkorb befestigt war, mußte die Badeleiter versetzt werden um Platz für die Windfahnensteuerung zu machen.
Die Löcher sind jetzt wieder verschlossen und überstrichen. Das Solarpaneel ist an Ort und Stelle und die neue Batterie mit dem 230v Inverter auch.




Vorbereitungen
Es gab in den letzten Monaten viel zu tun (und gibt es immer noch). Amy war zwar schon mit dem Meisten ausgerüstet, aber es da war noch einiges, was ich gerne für meine Reise dabei hätte. Das meiste davon müßte ich entweder gebraucht finden oder es selbst bauen.




