Caledonian Canal

Wir segeln auf dem Loch Ness in Richtung Fort Augustus. Es ist herrlicher Sonnenschein. Ich habe mir gerade auf dem Vordeck die Haare geschnitten und es ist noch ein bißchen Zeit, Blog zu schreiben, bevor wir uns aufs Anlegen vorbereiten. Gestern sind wir früh in Inverness aufgebrochen. 

Loch Ness
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Inverness

Der Wind wollte einfach nicht drehen und nach einem Sturm in Peterhead, bei dem ein Steg (natürlich der, an dem Amy lag) abbrach und nur mit Ketten, Winden und vereinten Kräften gerettet werden konnte (am Schluß kamen noch die Schweißer vom großen Hafen) war mir klar, daß ich, wenn ich schon gegenansegeln, -motoren, wie auch immer fahren mußte, wenigstens eine schwachwindige Zeit abwarten wollte. Die kam dann am Dienstag Abend. Bis dahin regnete es eigentlich ohne Pause. Ich ging noch ein paar male in die Stadt, erledigte ein paar Einkäufe und legte gegen 20 Uhr ab. Im Regen und, wie sich draußen rausstellte dichtem Nebel. Nicht sehr schön, aber egal. Über Nacht lichtete sich alles etwas und es hörte auf zu regnen.

Fraserburgh vom Wasser aus bei Nacht
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Peterhead

Seitdem habe ich hier nette neue Leute kennengelernt, das Fenster ausgebaut, neu eingedichtet und wieder eingebaut, den Bugkorb demontiert und alle Löcher dicht gemacht, den Lüfter komplett so zugekleistert, daß er jetzt zwar nicht mehr lüftet, aber wenigstens auch kein Loch im Deck darstellt. Die Dichtung am Luk erwies sich als einfach. Sie war nur verrutscht und danach wieder dicht. Jetzt warte ich nur noch auf passendes Wetter für die Weiterfahrt, um dann hoffentlich bald Zissi in Inverness zu treffen.

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Nordsee

Nach ein paar anfänglichen Stunden unter Motor kamen die Segel hoch und Amy machte immerhin 4kn Fahrt bei nur 2 Windstärken. Der Wind nahm zwischendurch auch nochmal ab, sodaß wir teilweise nur sehr langsam vorankamen. Das war mir aber egal, denn das Starkwindfeld gegen Ende der Fahrt sollte eigentlich mehr vor der schottischen Küste sein, als weiter im Osten. Daher mein Gedanke: wenn ich später ankomme, bin ich eventuell besser dran. Das stimmte dann natürlich nicht, aber so redet man sich halt immer alles schön. Am zweiten Tag war so wenig Wind, daß man durch das Wasser sehen konnte und damit auch die Delphine, die unter dem Boot durchschwammen und mit Amy spielten. Wir machten immerhin noch 1.5 – 2kn Fahrt. 

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Mandal

Am nächsten Morgen ging es weiter nach Mandal. Wieder weitestgehend innenlang unter Motor. Die Fahrt war landschaftlich ähnlich schön, wie am Vortag. Kurz vor Mandal begegnete mir noch ein klassisches Holzmotorboot mit kubanischer Flagge am Heck. Daß der Mann allerdings mit dem Gefährt von Kuba bis hierher unter Motor gekommen ist, würde ich zu bezweifeln wagen.
In Mandal gab es dann überraschenderweise gar keinen Platz, da am nächsten Tag die Offshore-Regatta “Race to the Arctic” starten sollte und alle Gästeplätze reserviert waren. Ich fand zum Glück doch noch etwas, längsseits an der Straße. Sehr unruhig und laut, aber egal. Es mußte nur für eine Nacht sein. Morgen würde es eh losgehen in Richtung Schottland. 

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Bragdøya

Draußen kachelte es mit 5-6 Windstärken aus West genau von vorne, aber innen entlang zwischen den Schären und in den kleinen natürlichen Kanälen war es gut geschützt. Segeln geht hier eh fast nicht und draußen wäre ich sowieso meinem Ziel gar nicht näher gekommen. Wir motorten also die erste Zeite die wunderschöne Blindleia Straße entlang. Eine echte Sightseeing Fahrt. Vorbei an kleinen Siedlungen, Ferienhäusern, Häfen, Felsformationen… 

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Slåttholmen

Diese Insel gehört der Gemeinde und jeder kann dort anlegen oder Zelten oder auch nur den Nachmittag verbringen. Es gibt ein kleines Café, das von Freiwilligen betrieben wird, die im Gegenzug während der Zeit umsonst in dem Haus auf der Insel wohnen.

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Skagerrak

Morgens um 3 in Rønnerhavnen abgelegt. Da war es schon wieder fast hell, bzw. war es eigentlich nie richtig dunkel geworden. 100 Seemeilen, die Amy normalerweise in 24h schaffen kann würden sicher länger dauern, denn es sollte schwachwindig werden. Dafür aber von der Richtung her machbar. 
Nachdem wir die große Reede vor Skagen passiert hatten, kam hinter der Spitze die erste Überraschung. Von den starken Winden der vorangegangenen Tage stand noch eine ziemliche Welle und zwar aus allen Richtungen. Amy wurde durch die Kreuzseen bei schwachem Wind nur so hin- und hergeworfen und das Leben an Bord wurde direkt anstrengend. Erst am späteren Nachmittag ließ das alles nach und gegen Abend blieb eine glatte See übrig, in der wir entspannt mit wenig Wind gegenan, aber in Richtung unser Ziel segeln konnten. 

Skagen Reede
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Die Route

Hier ist die gesamte Route. Um Daten und Wegpunkte zu sparen gibt es an einigen Stellen gerade Linien, obwohl Amy natürlich nie so gerade hätte fahren können. Man kann in die Satellitenkarte hineinzoomen oder, wenn man gerne die Namen der Orte sehen möchte, hier klicken, um eine topographische Karte zu sehen. Den Vollbildmodus erreicht man dadurch, daß man auf das Kreuz klickt.